HEDDESHEIM. Wenn der Wind eisig durch die Straßen pfeift und die Temperaturen den Gefrierpunkt kaum überschreiten, bleiben die meisten Menschen lieber im Warmen. Nicht so in Heddesheim: Dort waren am 6. Januar 56 Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige verkleidet unterwegs, um den traditionellen Segen „C+M+B“ (Christus Mansionem Benedicat) zu den Häusern zu bringen und Spenden für Kinder in Not zu sammeln. „So gut waren wir noch nie! Über 700€ hat unsere Gruppe gesammelt und wir hatten dabei so einen Spaß“, berichtete Marlene überschwänglich. Begleiterin Jule Schallmo war zum ersten Mal überhaupt bei einer Sternsingeraktion mitdabei und wurde von der Stimmung der Kinder mitgerissen. „Es war wunderschön! Die Dankbarkeit und die Freude über unsere Besuche waren einfach unbeschreiblich toll!“

Schule statt Fabrik: Hilfe für Bangladesch
Besonders motiviert waren die Kinder durch das diesjährige Motto: „Schule statt Fabrik“. Die gesammelten Gelder kommen in diesem Jahr schwerpunktmäßig Projekten in Bangladesch zugute. Dort arbeiten noch immer viele Kinder unter harten Bedingungen in Fabriken, anstatt eine Schule besuchen zu können. Die Heddesheimer Sternsinger setzen sich dafür ein, dass diesen Gleichaltrigen durch Bildung eine bessere Zukunft ermöglicht wird.
Die Sternsinger in Aktion
Die beeindruckende Zahl der Sternsinger bildete das Herzstück der diesjährigen Aktion. In prächtigen Gewändern, mit glänzenden Kronen und dem leuchtenden Stern voran, zogen sie zu über 320 angemeldeten Haushalten. Doch die Kinder waren nicht allein: Ein Stab von insgesamt 24 ehrenamtlichen Begleitern unterstützte die Gruppen auf ihren Routen, sorgte für Sicherheit im Straßenverkehr und half, wenn die Kälte in die Glieder kroch oder die Spendendosen schwer wurden. Am Abend verkündete Ursula Fritz Klumpp stolz das vorläufige Spendenergebnis in Höhe von 9550,39€.
Logistik hinter den Kulissen
Was nach außen hin wie ein besinnlicher Umzug wirkt, ist im Hintergrund eine logistische Meisterleistung, die von Organisatorin Ursula Fritz-Klumpp und ihrem Team koordiniert wurde. Damit die kleinen Könige bei Kräften blieben, verwandelte sich das Gemeindehaus in eine Einsatzzentrale:
- Die Küchen-Crew: Zehn fleißige Helferinnen und Helfer standen an den Töpfen, um Mittag- und Abendessen für die gesamte Mannschaft zuzubereiten. Der absolute Favorit: Nudeln mit Tomatensoße, die bei den hungrigen Königen vor ihren Touren durch das frostige Heddesheim reißenden Absatz fanden.
- Der IT-Experte: Dass heutzutage auch Tradition modern sein muss, beweist IT-Spezialist Jörg Klumpp im Hintergrund jedes Jahr aufs Neue. Er programmiert und pflegt die umfangreiche Adressdatenbank. So ging keine Adresse verloren und die Routen konnten optimal geplant werden. Außerdem betreut er die Homepage, so dass alle Infos, Termine und Artikel stets auf dem aktuellen Stand sind.

„Ein Zeichen der Hoffnung“
Trotz des kalten Wetters war die Stimmung unter den Beteiligten hervorragend. „Es war so cool dieses Jahr! Vor allem weil es dieses Jahr geschneit hat!“, rief der erfahrene Sternsinger Niklas begeistert. Auch die Hauptorganisatorin der Aktion Ursula Fritz-Klumpp resümierte zufrieden „Es ist toll zu sehen, wie viel Energie die Kinder mitbringen, egal wie kalt es draußen ist“ Der Lohn für die Mühen waren nicht nur die prall gefüllten Spendendosen, sondern auch das Lächeln der Bürger, die den Segen an ihren Haustüren sichtlich bewegt entgegennahmen.
Mit ihrem Einsatz setzten die Heddesheimer Sternsinger am Dreikönigstag ein starkes Zeichen für Solidarität und Gemeinschaft – ein warmer Lichtblick an einem kalten Wintertag.