Große Unterstützung erhielten die Sternsinger dieses Jahr von den Firmanden der Seelsorgeeinheit Ladenburg-Heddesheim. Elf Jugendliche, die in diesem Sommer zur Firmung gehen werden, wählten die Sternsingeraktion als Firmprojekt.

Sie halfen bei den Vorbereitungen, gestalteten den Aussendungsgottesdienst mit, bastelten eifrig neue Kronen und sortierten die Sternsingergewänder. Als klar wurde, dass es wie so oft in den letzten Jahren Schwierigkeiten gibt, Kinder als Sternsinger zu gewinnen, schlüpften 4 Jugendliche selbst in die Sternsingerkleider. „Es ist schade, dass wir so große Problem hatten, Kinder zu finden, die die gute Sache unterstützen wollen“, sagte Niklas Kolb und Jonas Klumpp pflichtete ihm bei: „Die Kinder wissen gar nicht was sie verpassen. Das Gefühl anderen Kindern helfen zu können ist einfach klasse.“ Auch Nives Butkovic zeigt kein Verständnis „Es gibt manche Familien, die machen aus dem Sternsingebesuch ein richtiges Fest. Sie laden Freunde und Verwandte ein, trinken Kaffee und warten voll Spannung. Wenn wir dann kommen, nehmen sie die Kinder auf den Arm und machen Kerzen und Festbeleuchtung an. Zu sehen, wie die Menschen sich über uns freuen ist unbeschreiblich.“ 

Diese Firmanden waren in Sachen Sternsingen keine Anfänger, sondern absolute Profis. Doch auch sie konnten noch einiges dazulernen. Da wäre zunächst das Thema Routenplanung, eine typische Aufgabe der Begleiter. Da jedoch diese Gruppe nicht mehr begleitet werden musste, durften die Firmanden zum ersten Mal ihre Laufroute selbst planen. „Die Routenplanung ist eine große Arbeit. Das bekommt man sonst gar nicht so mit!“, war Jonas Klumpp überrascht. Tatsächlich wurden die angemeldeten Haushalte erstmals auf die 11 Gruppen gleichmäßig verteilt. Da jedes Kind aber auf jeden Fall seine Eltern besuchen wollte, konnten diese Adressen nicht gebietsweise eingeteilt werden. Ein riesiger Plan von Heddesheim mit über 250 Kreuzen und vielen Farben zeigte, wie kompliziert diese Planung war. Jede Gruppe musste dann aus den 22 Adressen (oder mehr) eine gute Laufroute entwickeln und dabei viele Sonderwünsche berücksichtigen, denn manche Familien wollten gerne zu einer bestimmten Uhrzeit besucht werden.   

Ein nächstes großes neues Aufgabenfeld war die Betreuung der kleinen Sternsinger. Sieben weitere Firmanden machten sich als Begleiter nützlich. Sie kümmerten sich um die neuen Sternsinger, die zum ersten Mal dabei waren, schminkten die schwarzen Könige und dachten an die wichtigsten Sternsingermaterialien: Kreide, Sammeldose und Weihrauch. Robin Stemmler, der durch das Firmprojekt zum ersten Mal überhaupt bei einer Sternsingeraktion dabei war, fand die Begeisterung der Kinder klasse. „Obwohl wir sehr kleine Sternsinger hatten gab es niemand, der irgendwann keine Lust mehr hatte. Voll Motivation liefen sie die ganze Route““, ergänzte Katharina Hinrichs.

Julia Losch war schon oft bei den Sternsingern in ihrer Heimatgemeide unterwegs und stellte gleich wesentliche Unterschiede fest. „Bei uns klingeln wir an jeder Tür. Da kann es passieren, dass die Menschen sehr unhöflich reagieren: sie knallen einem die Tür vor der Nase zu oder fangen an zu schimpfen. Da in Heddesheim nur auf Anmeldung gelaufen wird, sind die Reaktionen nur positiv. Hier wird man richtig erwartet.“

Alles zusammen ergab eine äußerst erfolgreiche Aktion. Die Sternsinger freuten sich über ihre verdienten Süßigkeiten und auch die Begleiter zogen eine positive Bilanz aufgrund der Rekordsumme von über 6300€, die dieses Jahr in Heddesheim gesammelt wurde.