„Bei Unrecht kann ich nicht tatenlos zusehen!“

 38 Sternsinger waren am 6. Januar wieder in Heddesheims Straßen unterwegs. Begleitet von 16 Betreuern segneten sie Häuser und Wohnungen. Sie sangen Lieder und sammelten auf diese Weise rund 4 000 Euro für arme Kinder in Not. Seit 17 Jahren ist nun die Leitung für die Aktion in St. Remigius in Händen von Ursula Fritz-Klumpp. Fragt man sie nach ihrer Motivation sich ehrenamtlich dafür zu engagieren, antwortet sie spontan: „Bei Unrecht kann ich nicht tatenlos zusehen.

Und wenn es dann auch noch um Unrecht geht, das Kindern angetan wird, muss ich einfach alles unternehmen, damit es ihnen besser geht!“ Dass dies nicht immer so einfach ist, hat man in diesem Jahr wieder deutlich gesehen. Viel zu wenig Kinder waren bereit, sich für die gute Sache einzusetzen. Bei den Proben waren die betretenen Gesichter der Betreuer deutlich. „Wenn das so weiter geht, müssen wir eine Betreuer-Sternsingergruppe aufmachen.“, lautete ihr Fazit. Glücklicherweise fanden sich dann aber doch noch in letzter Sekunde genügend Kinder, um die 180 angemeldeten Haushalte zu besuchen.

Ausgestattet mit Kreide, Sammeldose, Stern und Weihrauch machten sich die 9 Gruppen auf den Weg. „Das hat Spaß gemacht! Die Leute haben sich so gefreut! Und die Tüte mit den Süßigkeiten reicht mir sicher bis Ostern.“ ,grinst  Jonas Klumpp begeistert.

 Bundesweit beteiligten sich die Sternsinger in diesem Jahr an ihrer 54. Aktion Dreikönigssingen. Bereits im Vorfeld hatten sich die Mädchen und Jungen auf das diesjährige Leitwort „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“ vorbereitet. Wie überall in Deutschland machten sie damit deutlich, dass die Rechte von Kindern überall auf der Welt respektiert und unterstützt werden müssen. Sie setzen sich dafür ein, dass Erwachsene und Politiker ihre Rechte schützen. Denn Armut und Gewalt sind massive Verletzungen der Kinderrechte, Gesundheitsversorgung und Bildung müssen selbstverständlich sein. Doch gerade in Nicaragua, dem Beispielland der Aktion Dreikönigssingen, werden die Kinderrechte von vielen mit Füßen getreten. Missbrauch, Misshandlung und häusliche Gewalt gegen Kinder sind dort an der Tagesordnung. Die Sternsinger unterstützen in Nicaragua unter anderem Projekte, in denen Kinder sich für ihre Rechte einsetzen. Sie werden „stark“ und selbstbewusst gemacht, um sich vor Übergriffen schützen zu können.

 Doch nicht nur die Kinder in den Projekten in Nicaragua profitieren vom Einsatz der kleinen Könige in Deutschland. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in gut 110 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden. Gemeinsam mit ihren jugendlichen und erwachsenen Begleitern haben sich auch die Sternsinger aus Heddesheim auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie kennen die Nöte und Sorgen von Kindern rund um den Globus und sorgen mit ihrem Engagement für die Linderung von Not in zahlreichen Projektorten.